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Foto: Sven Rathmann UV-Barnim e.V.

Ordentliche Mitgliederversammlung 2026

Ordentliche Mitgliederversammlung des Unternehmerverbands Barnim e. V. am 06.05.2026

Bevor es am vergangenen Mittwoch, 06.05.2026 im Zoo in Eberswalde zu den Vorstellungen und Beschlussfassungen kam, konnten sich unsere Mitglieder vorab über die aktuellen Entwicklungen zum Tourismus im Barnim und über dessen Grenzen hinaus informieren.

Frau Antje Ziegler und Herr Olaf Bechert von der Seenplatte GmbH brachten den Saal zum Thema Tourismusentwicklung im Barnim und in der Uckermark auf den neuesten Stand. Eindrucksvoll konnten unsere Gäste präsentieren wie schnell sich die Seenplatte GmbH entwickelt und welche tollen touristischen Highlights die Region jeweils zu bieten haben. Ein gelungener Einstand in den Veranstaltungsabend.

Die darauffolgende Mitgliederversammlung wurde zu 18:35 Uhr durch den Geschäftsführer des Verbandes, Herrn Sven Rathmann, eröffnet. Neben den klassischen Tagesordnungspunkten einer Mitgliederversammlung, nämlich Jahresabschlüssen, Tätigkeitsberichten, Kassenprüfungsberichten und letztendlich der Vorstandsentlastung, gab es auch einen Ausblick über anstehende Termine und Veranstaltungen des Verbandes.

Der Vorstandsvorsitzende, Mark-André Krüger, trägt – nach Begrüßung der Anwesenden - den Jahresbericht für das abgelaufene Berichtsjahr 2025/2026 vor. Herr Krüger geht zu Beginn seiner Ausführungen auf die aktuellen Wahlen für den Barnimer Landratsposten ein. Dabei verweist er auch auf eine durch den Vorstand verfasste Pressemitteilung aus der die ausdrückliche Unterstützung des amtierenden Landrates zu dessen Wiederwahl hervorgeht. Zusätzlich ruft Mark-André Krüger generell dazu auf, das demokratische Wahlrecht am 10.05.26 (Stichwahltermin) wahrzunehmen.

Geichzeitig weist der Vorsitzende ausdrücklich darauf hin, dass der Unternehmerverband Barnim auch künftig im Rahmen der wirtschaftspolitischen Interessen seiner Mitglieder energischer und hartnäckiger mit der kommunalen Politik ins Gespräch gehen wird. In der o.g. Pressemitteilung wurde dazu schon einmal eine ganz klare Erwartungshaltung an den neuen Landrat formuliert.

Mit Bezug auf das ehrgeizige Ziel aus dem letzten Jahr „Intensivierung der Nachwuchsförderung im und durch den Verband“, hebt der Vorsitzende die erfolgreiche Installation unseres Jungunternehmerverbandes unter dem Dach des UV-Barnim hervor. Dieser hat sich unter der Bezeichnung (JUV) im vergangenen Jahr erstmals zusammengefunden und zählt aktuell bereist bis zu 20 Teilnehmer bei den Treffen. Der JUV agiert an sich unabhängig. Es besteht jedoch ein regelmäßiger Austausch zum Dachverband so dass gegenseitige Synergien gehoben werden können.     

Im Anschluss konnten die anwesenden Mitglieder und Gäste mit gutem Essen und kühlen Getränken den Abend in der Zoogaststätte ausklingen lassen.

Der Vorstand

Das ausführliche Protokoll zur Versammlung wurde an alle Mitglieder per Mail versandt. Aus Gründen des Datenschutzes wurde das Protokoll hier nicht verlinkt. 

Foto: © Adobe Stock

Nachfolge braucht Planung

Wirtschaft: Bei 3485 Unternehmen im Barnim wird in den kommenden Jahren der Chef in
Rente gehen. Wer die Leitung übernimmt, ist oft unklar. (Moz / Sophia Schwan im Interview u.a. mit Lutz Graupner - Vorstandsmitglied im UV-Barnim e.V.) 

Was passiert mit der Autowerkstatt um die Ecke, dem Bauunternehmen oder dem Steuerbüro, wenn der Chef in Rente geht? Im Barnim stellt sich diese
Frage in den kommenden Jahren 3485 Mal. So viele IHK-zugehörige Unternehmen haben nach Angaben der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostbrandenburg Inhaber, die 55 Jahre oder älter sind. In den nächsten fünf bis zehn Jahren müssen sie klären, wer übernimmt – oder ob der Betrieb
schließen muss. Nach Zahlen der IHK Ostbrandenburg verteilen sich die potenziell betroffenen Betriebe so: 304 Industriebetriebe, 240 aus dem Bau, 715 im Handel,138 im Transport, 219 in der Gastronomie und 1869 im Dienstleistungssektor.
Es geht also um genau jene Branchen, die den Alltag der Region prägen. 

Aktuelle Auswertung 

Die aktuelle Auswertung der IHK zeigt: 34,1 Prozent planen
die Aufgabe ihres Betriebs, weitere 24,7 Prozent haben noch keinen konkreten Plan. Fast 60 Prozent stehen damit ohne gesicherte Nachfolge da.

„Wenn wir überlegen, dass wir diese Anzahl eventuell verlieren, weil sich niemand findet, dann ist das natürlich für die Region katastrophal“, sagt Professorin Heike Walk von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE). Um zu verstehen, warum diese Lücke so groß ist, lohnt sich ein Blick auf die Ursachen. Walk forscht zu nachhaltigem Wirtschaften und neuen Formen der Unternehmensführung. Im Projekt „Inno4Ufo“ untersucht sie, wie Betriebe in ländlichen Räumen weitergeführt werden können – auch dann, wenn sich kein einzelner Nachfolger findet.
Nach Einschätzung des Barnimer Unternehmerverbands vergleichen viele potenzielle Nachfolger das Risiko einer Selbstständigkeit mit einem sicheren Angestelltenjob – und entscheiden sich im Zweifel für Planbarkeit und weniger Verantwortung. Walk ergänzt diese Sicht um eine gesellschaftliche Perspektive und verweist auf ein Bündel von Entwicklungen: „Wir sehen ein Zusammentreffen mehrerer Faktoren“, sagt sie. „Eine neue Generation hat andere Erwartungen an Arbeit und Verantwortung – und gleichzeitig erleben wir wirtschaftliche Unsicherheiten, internationale Krisen und Zukunftssorgen.
Das beeinflusst, ob sich jemand eine alleinige Unternehmensführung zutraut.“
Das Bild ist damit nicht eindeutig negativ: Gleichzeitig beobachtet die IHK Ostbrandenburg nach eigenen Angaben zuletzt wieder etwas mehr Interesse an Übernahmen. Doch selbst wenn Interesse vorhanden ist, bleibt ein weiteres Problem – manche Betriebe sind schlicht nicht ausreichend auf eine Übernahme vorbereitet. Unklare Strukturen, fehlende Transparenz oder ein Investitionsstau schrecken Interessenten ab, heißt es aus dem Barnimer Unternehmerverband. „Nachfolge ist selten eine Entscheidung in Monaten – sondern ein Vorhaben, das über Jahre vorbereitet werden sollte.“
Viele Übernahmen scheiterten nicht am Willen, sondern an der Komplexität von Finanzierung, rechtlichen Fragen und Bürokratie. Besonders betroffen seien kleine und mittlere Betriebe, in denen viel Verantwortung auf einer Person laste. Wenn klassische Übergaben ins Stocken geraten, stellt sich die Frage nach Alternativen zum Einzelunternehmer. Übernahmen im Team oder als Genossenschaft bewegen sich im Barnim jedoch bislang im einstelligen Prozentbereich. Für Walk liegt das vor allem an fehlender Information. „In der Regel wird das deshalb nicht wahrgenommen, weil es kaum Informationen
oder Beratungen dazu gibt.“ Der Barnimer Unternehmerverband beobachtet, dass gemeinschaftliche Modelle häufiger diskutiert werden – vor allem dann,
wenn kein „klassischer“ Nachfolger sichtbar ist oder Mitarbeitende bereits Verantwortung tragen. Doch einfach ist das nicht: Wer gemeinsam übernehmen will, braucht klare Strukturen, eine solide Finanzierung und jemanden, der den Übergabeprozess professionell begleitet. Dass es funktionieren kann, zeigt die Eberswalder Kfz-Werkstatt 1a Autoservice Barnim GmbH, die im Rahmen des HNEE-Forschungsprojekts „Inno4Ufo“ begleitet wurde. Gemeinsam mit den
18 Mitarbeitenden entstand ein genossenschaftliches Übernahmekonzept, die Gründung steht kurz bevor.
„Viele sind durchaus bereit, Verantwortung zu übernehmen – möchten dies aber nicht alleine tun“, sagt Walk. In der Landwirtschaft sei dieses Modell historisch stärker verankert, etwa durch gemeinschaftliche Nutzung von Infrastruktur – im Handwerk dominiere dagegen traditionell der Einzelunternehmer. Was folgt daraus? IHK und Unternehmerverband raten, früh zu beginnen, Strukturen zu ordnen und den Suchradius zu erweitern
– statt darauf zu hoffen, dass sich „irgendwann schon jemand findet“. Auch Teilverkäufe oder mehrere Gesellschafter könnten Wege sein. Es stehe viel auf dem Spiel: Arbeitsplätze, Ausbildung und lebendige Ortskerne. Walk bringt es auf den Punkt: „Die Frage ist nicht, ob wir neue Modelle brauchen. Die Frage ist, ob wir es uns leisten können, funktionierende Betriebe einfach zu verlieren

Foto: © Adobe Stock

Firmen fordern mehr Fläche

Unternehmen: Kann die Wirtschaft in Bernau noch wachsen? Die Politik diskutiert über
Steuerung, das Gewerbe will verlässliche Bedingungen. (Moz / Sophia Schwan im Interview mit Vorsitzendem des UV-Barnim Mark-Anfré Krüger)

Während in Bernau darüber diskutiert wird, ob es verbindlichere Kriterien für die Vergabe von Gewerbeflächen braucht, stellt sich aus Sicht der Wirtschaft eine grundlegendere Frage: Gibt es überhaupt noch ausreichend Flächen, über die gesteuert werden kann? Der Unternehmerverband  Barnim blickt nüchtern auf die Debatte – und formuliert Erwartungen, die weniger nach Strategiepapier klingen als nach Alltagspraxis. Grundsätzlich bestehe in Bernau ein klarer Bedarf an zusätzlichen Gewerbeflächen, sagt der Vorstandsvorsitzende des Unternehmerverbands Barnim, Mark-André Krüger. „Wie allgemein wünschte man sich natürlich in Bernau weitere Gewerbeflächen, um Ansiedlung von Unternehmen, eventuell sogar produzierendes, leises Gewerbe, auch in Bernau ansiedeln zu können“, so Krüger. Der Bedarf komme dabei nicht nur von außen. „Teilweise wünschen sich Bestandsunternehmungen ebenfalls Flächenerweiterungen.“ Damit widerspricht der Verband indirekt der Vorstellung, Gewerbeflächen würden vor allem für neue Großansiedlungen benötigt. Wachstum finde auch im Bestand statt – wenn man es ermögliche. Kurzfristig geht nicht Was Unternehmen vor allem fehle, sei Planungssicherheit. Investitionen ließen sich nicht kurzfristig organisieren. „Planungssicherheit für Unternehmen kann nur entstehen, wenn mit ausreichendem Vorlauf – zwei bis drei Jahre im Voraus – Flächen offeriert werden können“, betont Krüger. Dazu gehörten nicht nur Grundstücke, sondern gleichfalls funktionierende Rahmenbedingungen: „Dazu zählen natürlich die logistischen Voraussetzungen als auch die ausreichende medientechnische Erschließung.“

Mindestens ebenso wichtig sei der Umgang der Verwaltung mit den Betrieben. „Grundsätzlich ist eine Flexibilität und ein unternehmerfreundliches Handeln der Behörden und Ämter erforderlich“, so Krüger. Ohne diese Voraussetzungen blieben selbst ausgearbeitete Leitlinien wirkungslos.

Deutlich wird der Unternehmerverband bei der Bewertung der Wirtschaftsförderung auf Landkreisebene. „Die Unternehmerschaft im Barnim ist mit der landkreiseigenen Wirtschaftsförderung durch die Wirtschaftsund Tourismusentwicklungsgesellschaft (WITO) unzufrieden“, weiß Krüger. Diese Unzufriedenheit habe Folgen gehabt. „Deswegen haben sich einzelne Städte und Gemeinden so strukturiert, dass eine eigene Wirtschaftsförderung entstanden ist.“

Für Bernau sei eine verlässliche und dauerhaft besetzte Wirtschaftsförderstelle genauso wünschenswert. Genau diese Stelle ist derzeit jedoch unbesetzt.
Nach Angaben der Stadtverwaltung ist die Position seit Anfang Oktober 2025 vakant. Die Aufgaben würden vertretungsweise von einer Kollegin mit übernommen.
Die Stadt zeigt sich dennoch optimistisch: 
Die Stelle sei öffentlich ausgeschrieben gewesen, Bewerbungsgespräche hätten bereits stattgefunden, eine Besetzung werde in den kommenden Wochen erwartet.
Zum Aufgabenprofil gehören laut Stadt die Wirtschaftsförderung sowie der Bereich ÖPNV. Eine Bündelung, die aus Verwaltungssicht Synergien schaffen soll – aus Sicht der Unternehmerschaft aber die Frage aufwirft, wie präsent Wirtschaftsförderung sein kann, wenn sie über Monate nur nebenbei organisiert wird. In Bernau seien die Gewerbeparks
räumlich voneinander getrennt. In der Vergangenheit habe es dennoch funktionierende Abstimmungen gegeben. „Durch die stadteigene STAB gelang es, hier koordinierend und zuverlässig für die Unternehmen zu wirken“, sagt Krüger. Doch diese Rolle stoße an Grenzen. „Dies ist nunmehr aufgrund der fehlenden Gewerbeflächen natürlich nur eingeschränkt feststellbar.“ Koordination helfe – aber nicht, wenn es nichts mehr zu koordinieren gebe.
Ein überzeichnetes Wachstumsversprechen macht der Unternehmerverband nicht. Der kleinteilige Mittelstand werde auch künftig das Rückgrat der Bernauer Wirtschaft bilden.

„Der kleinteilige Mittelstand in Bernau wird weiterhin ein fester Bestandteil sein“, so Krüger. Das liege an der historischen Stadtstruktur. Zwar könne eine überschaubare Ansiedlung industriell arbeitender Betriebe sinnvoll sein, realistisch bleibe Bernau jedoch vor allem eines: „Bernau wird weiterhin vornehmlich eine Schlafstadt für die Arbeitnehmerschaft sein“, sagt er.
Beim Thema Fachkräfte verweist der Unternehmerverband auf die Bundes- und Landespolitik. „Die allgemeine deutschlandweite Problematik der Fachkräftefindung kann nicht gesondert auf die Stadt Bernau betrachtet werden“, so der Unternehmer. Anders sehe es bei Energie und Mobilität aus. Hier kommen den Stadtwerken eine Schlüsselrolle zu. „Die städtischen Stadtwerke haben eine nicht zu unterschätzende Versorgungsaufgabe zeitnah zu lösen, um die Stromversorgung gerade im Hinblick auf die notwendig zu erhöhende Ladesäulenkapazität sicherzustellen“, sagt Krüger. Zudem müssten sie „ihren Fernwärme-Energiefaktor für eine umweltbewusste Versorgung der Stadt Bernau neu zertifizieren“. Nachholbedarf bestehe. Strukturelle Unterschiede zwischen Bernau und Eberswalde sieht der Unternehmerverband kaum. „Grundsätzlich sehen wir keine bedeutenden Branchenoder Strukturunterschiede für neue Gewerbeflächen in Bernau und Eberswalde“, erläutert Krüger. Der Unterschied liege woanders. Rückblickend sei „die Unternehmerfreundlichkeit in Verbindung mit flexiblem Handeln in der Stadt Eberswalde ausgeprägter“ gewesen.

Foto: Sven Rathmann UV-Barnim e.V.

Kandidatenforum in Vorbereitung Landratswahlen im Barnim

Kandidatenforum in Vorbereitung der Landratswahlen für den Barnim am 19.04.2026

Wirtschaft gestaltet Zukunft – Wir bitten zu Tisch mit den Kandidaten zur Landratswahl 2026 hieß es am 03. März 2026 in der großen Zoogaststätte im Eberswalder Zoo.

Der gemeinsamen Einladung der IHK Ostbrandenburg, des Unternehmerverbandes Barnim e.V. und des Barnimer Mittelstandshauses folgten nicht nur gut 70 interessierte Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Region, sondern auch alle vier Bewerber für den bald wieder vakanten Chefposten im Landratsamt.

Im Podium stellten sich somit die Herren Andreas Bergener (parteilos), Matthäus Mikolaszek (AfD), Daniel Kurth (SPD) und Daniel Keller (CDU) den Fragen der Unternehmerschaft. Moderator Chris Greunke (Geschäftsführer des Humanistischen Verbandes Deutschland – Nordbrandenburg) leitete souverän und mit dem richtigen Fingerspitzengefühl durch die verschiedenen Fragerunden. Dabei machte er es den Bewerbern nicht einfach. Im Zufallsprinzip mussten sie ihre verdeckten Fragen selbst ziehen, um dann innerhalb einer für alle fest definierten Zeit zu antworten.

Die Wirtschaft war zu Gast – dementsprechend vielfältig waren die Fragenkomplexe. Von Haushaltsverwendung über Digitalisierungsaufgaben und Infrastrukturprojekte bis hin zu detaillierten Fragen zu Führungskompetenzen war „fast“ alles vertreten.

Abschließend standen alle vier Kandidaten an ausgewählten Thementischen noch für spontane Fragen aus der Unternehmerschaft zur Verfügung.

Dass unser Format an diesem Tag etwas bewirken konnte, zeigte eine live vor Ort durchgeführte Onlineabfrage des Wahl-Stimmungsbildes „vor“ und „nach“ der Fragerunde. Dabei konnten einige, teils deutliche Veränderungen abgelesen werden.

Bleibt nur noch der Aufruf: Bitte gehen Sie am 19.04.2026 zur Landratswahl und wählen Sie Ihren Landrat für den Barnim.

LINK zum MOZ - Artikel zur Veranstaltung: Die Perspektive der Betriebe

Foto: © MOZ Eberswalde / Thorsten Pifan

Unternehmer im Barnim befürworten die Straße

Infrastruktur Der Neubau der B167 nimmt voraussichtlich in 2026 eine wichtige Etappe. Die Wirtschaft unterstützt das umstrittene Projekt mit Nachdruck.

Von MOZ / Thorsten Pifan

Braucht Eberswalde eine Umgehungsstraße, um in der Innenstadt nervige Staus zu verringern, und kann die geplante B167n der Wirtschaft tatsächlich neuen Schwung verleihen? Gegner der Trasse in Sichtweite des Oder-Havel-Kanals bezweifeln das. Im kommenden Jahr könnte das lange Planverfahren abgeschlossen sein. Naturschützer – beispielsweise vom BUND – bereiten sich darauf vor, das Projekt mit einer Klage mindestens zu verzögern.

Das ist am Rande einer Veranstaltung der Bürgerinitiative „Pro Waldstadt“ noch einmal deutlich geworden. Doch es gibt in der Stadt nicht nur lautstarke Gegner, sondern auch Befürworter. Dazu zählt zum Beispiel der Unternehmerverband Barnim mit Mark-André Krüger aus Bernau an der Spitze und Uwe Grohs im Vorstand, der für die CDU nicht nur als Fraktionschef in der Stadtverordnetenversammlung in Eberswalde sitzt, sondern auch als Vorstand der organisierten Wirtschaftskapitäne im Landkreis an den Strippen zieht.

Aus Sicht der Unternehmer hat die neue Trasse große Bedeutung für die Entwicklung.

„Schneller Anschluss“

Aus Sicht der Unternehmer hat die neue Trasse für die Wirtschaftsentwicklung der Stadt eine große Bedeutung: „Dies begründet sich insbesondere dadurch, dass die gesetzten Ziele der Landesentwicklungsplanung mit Bezug auf die Entwicklung der regionalen Wachstumskerne erreicht werden sollen. Dadurch kann der gesamte Wirtschaftsraum weiter gefördert werden“, heißt es in einem Statement, das der MOZ vorliegt.

„Durch den Bau der B 167 n wird ein schneller und direkter Straßenanschluss an die Bundesautobahn A11 möglich. Damit verbunden ist auch die Schaffung von Voraussetzungen für die im Nordosten vom Land Brandenburg ortsansässigen Unternehmen zur weiteren wirtschaftlichen Entwicklung“, erklären Mark-André Krüger und Uwe Grohs.

Die Unternehmer erwarten durch die Realisierung des Projekts eine nachhaltige und verkehrsmäßige Entwicklung, die „soziale, wirtschaftliche und umweltschützende Anforderungen“ in Einklang bringe. Sie sagen: „Durch die B 167n werden insbesondere das Gewerbegebiet in Finowfurt und der Technologie- und Gewerbepark Eberswalde (TGE) besser angebunden.“

Gegen die neue Trasse wehrt sich auch die Gemeinde Schorfheide, die in ihren politischen Gremien den Neubau ablehnt. Mit Blick auf das politische Votum sagen die Unternehmer: „Wir fordern die Gemeinde Schorfheide dazu auf, alle Voraussetzungen für eine direkte Anbindung des Gewerbe- und Wohnparks Finowfurt zu schaffen.“ Denn eigentlich sollte das Gewerbegebiet mit einer eigenen Abfahrt bedacht werden. Doch auch das lehnen die Politiker von Schorfheide ab.

Dabei sehen die Unternehmer nicht nur die wirtschaftlichen Vorteile, sondern auch eine Entlastung der Gemeinde Schorfheide. Dort würde insbesondere der Ortsteil Finowfurt vom Schwerlastverkehr, der innerorts zum Teil auf Tempo 30 reduziert wird, entlastet – genauso wie die Stadt Eberswalde im weiteren Verlauf durch Finow und Eberswalde selbst entlang des aktuellen Verlaufs der Bundesstraße 167 von der Autobahn A11 bis zur Rathauspassage.

Bestätigt fühlen sich die Unternehmer durch die Berechnung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses für die Trasse der B167n. Im Zuge dieser Bewertung seien „Lage der Trasse, Alternativprüfungen, Verkehrsbelastungen, verkehrliche und physikalische Wirkungen, Nutzen-Kosten-Analysen, Umwelt- und naturschutzfachliche Beurteilungen sowie Raumordnerische und Städtebauliche Beurteilungen“ berücksichtigt worden.

Als vordringlich eingestuft

Aufgrund dieser Bewertung ist die B167n im Bundesverkehrswegeplan 2030 als vordringlich eingestuft worden. Mark-André Krüger und Uwe Grohs sagen: „Diese öffentlich einsehbare Beurteilung und Einstufung in den vordringlichen Bedarf hat den Unternehmerverband in seiner Forderung zum Bau der B 167 n nachdrücklich bekräftigt, sich öffentlich zu positionieren.“

Der Unternehmerverband Barnim e.V.

Der Unternehmerverband Barnim e. V. ist die wirtschaftspolitische Interessenvertretung der Unternehmer des Landkreises Barnim. Zu seinen satzungsmäßigen Aufgaben gehören auch die Stellungnahmen zu beabsichtigen Maßnahmen und Vorhaben im gesamten Barnim sowie die Verbreitung des Standpunktes der Unternehmer mittels einer entsprechenden Öffentlichkeitsarbeit. Im Unternehmerverband Barnim e. V. sind derzeitig 129 Mitgliedsunternehmen organisiert.

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