Foto: © MOZ Eberswalde / Thorsten Pifan

Infrastruktur Der Neubau der B167 nimmt voraussichtlich in 2026 eine wichtige Etappe. Die Wirtschaft unterstützt das umstrittene Projekt mit Nachdruck.

Von MOZ / Thorsten Pifan

Braucht Eberswalde eine Umgehungsstraße, um in der Innenstadt nervige Staus zu verringern, und kann die geplante B167n der Wirtschaft tatsächlich neuen Schwung verleihen? Gegner der Trasse in Sichtweite des Oder-Havel-Kanals bezweifeln das. Im kommenden Jahr könnte das lange Planverfahren abgeschlossen sein. Naturschützer – beispielsweise vom BUND – bereiten sich darauf vor, das Projekt mit einer Klage mindestens zu verzögern.

Das ist am Rande einer Veranstaltung der Bürgerinitiative „Pro Waldstadt“ noch einmal deutlich geworden. Doch es gibt in der Stadt nicht nur lautstarke Gegner, sondern auch Befürworter. Dazu zählt zum Beispiel der Unternehmerverband Barnim mit Mark-André Krüger aus Bernau an der Spitze und Uwe Grohs im Vorstand, der für die CDU nicht nur als Fraktionschef in der Stadtverordnetenversammlung in Eberswalde sitzt, sondern auch als Vorstand der organisierten Wirtschaftskapitäne im Landkreis an den Strippen zieht.

Aus Sicht der Unternehmer hat die neue Trasse große Bedeutung für die Entwicklung.

„Schneller Anschluss“

Aus Sicht der Unternehmer hat die neue Trasse für die Wirtschaftsentwicklung der Stadt eine große Bedeutung: „Dies begründet sich insbesondere dadurch, dass die gesetzten Ziele der Landesentwicklungsplanung mit Bezug auf die Entwicklung der regionalen Wachstumskerne erreicht werden sollen. Dadurch kann der gesamte Wirtschaftsraum weiter gefördert werden“, heißt es in einem Statement, das der MOZ vorliegt.

„Durch den Bau der B 167 n wird ein schneller und direkter Straßenanschluss an die Bundesautobahn A11 möglich. Damit verbunden ist auch die Schaffung von Voraussetzungen für die im Nordosten vom Land Brandenburg ortsansässigen Unternehmen zur weiteren wirtschaftlichen Entwicklung“, erklären Mark-André Krüger und Uwe Grohs.

Die Unternehmer erwarten durch die Realisierung des Projekts eine nachhaltige und verkehrsmäßige Entwicklung, die „soziale, wirtschaftliche und umweltschützende Anforderungen“ in Einklang bringe. Sie sagen: „Durch die B 167n werden insbesondere das Gewerbegebiet in Finowfurt und der Technologie- und Gewerbepark Eberswalde (TGE) besser angebunden.“

Gegen die neue Trasse wehrt sich auch die Gemeinde Schorfheide, die in ihren politischen Gremien den Neubau ablehnt. Mit Blick auf das politische Votum sagen die Unternehmer: „Wir fordern die Gemeinde Schorfheide dazu auf, alle Voraussetzungen für eine direkte Anbindung des Gewerbe- und Wohnparks Finowfurt zu schaffen.“ Denn eigentlich sollte das Gewerbegebiet mit einer eigenen Abfahrt bedacht werden. Doch auch das lehnen die Politiker von Schorfheide ab.

Dabei sehen die Unternehmer nicht nur die wirtschaftlichen Vorteile, sondern auch eine Entlastung der Gemeinde Schorfheide. Dort würde insbesondere der Ortsteil Finowfurt vom Schwerlastverkehr, der innerorts zum Teil auf Tempo 30 reduziert wird, entlastet – genauso wie die Stadt Eberswalde im weiteren Verlauf durch Finow und Eberswalde selbst entlang des aktuellen Verlaufs der Bundesstraße 167 von der Autobahn A11 bis zur Rathauspassage.

Bestätigt fühlen sich die Unternehmer durch die Berechnung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses für die Trasse der B167n. Im Zuge dieser Bewertung seien „Lage der Trasse, Alternativprüfungen, Verkehrsbelastungen, verkehrliche und physikalische Wirkungen, Nutzen-Kosten-Analysen, Umwelt- und naturschutzfachliche Beurteilungen sowie Raumordnerische und Städtebauliche Beurteilungen“ berücksichtigt worden.

Als vordringlich eingestuft

Aufgrund dieser Bewertung ist die B167n im Bundesverkehrswegeplan 2030 als vordringlich eingestuft worden. Mark-André Krüger und Uwe Grohs sagen: „Diese öffentlich einsehbare Beurteilung und Einstufung in den vordringlichen Bedarf hat den Unternehmerverband in seiner Forderung zum Bau der B 167 n nachdrücklich bekräftigt, sich öffentlich zu positionieren.“

Der Unternehmerverband Barnim e.V.

Der Unternehmerverband Barnim e. V. ist die wirtschaftspolitische Interessenvertretung der Unternehmer des Landkreises Barnim. Zu seinen satzungsmäßigen Aufgaben gehören auch die Stellungnahmen zu beabsichtigen Maßnahmen und Vorhaben im gesamten Barnim sowie die Verbreitung des Standpunktes der Unternehmer mittels einer entsprechenden Öffentlichkeitsarbeit. Im Unternehmerverband Barnim e. V. sind derzeitig 129 Mitgliedsunternehmen organisiert.