Diskurs Unternehmer werden es wissen: Mitarbeiter behalten ist nicht mehr so wie früher.

Beim Stammtisch des Unternehmerverbands werden Lösungen gesucht.

Mitarbeiter an sich binden ist heutzutage nicht mehr das, was es mal war. Damit haben viele Unternehmen in Deutschland zu kämpfen, und im Barnim sieht es nicht anders aus. Aus diesem Grund hat der Unternehmerverband Barnim e.V. bei seinem Stammtisch im Bernauer Ofenhaus genau diese Herausforderung zum Thema gemacht. Dabei geht es nicht nur darum, die guten

Mitarbeiter zu finden - es gilt auch herauszufinden, wie man diese Leute dann behält.

„Mehr Freizeit, kürzere Wege zur Arbeit, mehr Lebensqualität, weniger Stress - das sind die Dinge, die ein Mitarbeiter heutzutage fordert“, sagt Vorstandvorsitzender Peter Mauel zum Auftakt des Stammtisches. Er habe vor kurzem erst eine wertvolle Mitarbeiterin verloren, die gekündigt hatte, da sie ein Jobangebot bei sich um die Ecke bekommen hatte. „Sie hat mir gesagt ich könne ihr auch nicht mehr Geld anbieten - es ging ihr um die zwei Stunden Lebensqualität, die sie durch den kurzen Arbeitsweg gewonnen hatte. Das wäre früher anders gewesen, ich habe nichts tun können“, sagt der Jurist.

Kein Geld, keine Statussymbole

Die Unternehmer müssen eine neue Strategie entwickeln, um mit diesen neuen Anforderungen umzugehen. Personalentwicklerin Anja Kaminski sagt ganz offen:

„Mit mehr Geld oder mit Statussymbolen wie Dienstwagen und großes Büro, halten Sie heutzutage vor allem die jungen Mitarbeiter nicht.“ Das haben die Unternehmer auch schon bemerkt: Das Hauptthema der Diskussion hat sich bald herauskristallisiert, es geht darum, dass die junge Generation ganz andere Ansprüche an die Arbeitswelt mitbringt. „Die junge Generation braucht mehr Kommunikation, sie sind Feedback-Junkies“, sagt Anja Kaminski.

„Sie können sich jetzt auch alle mal warmlaufen, denn das, was aus den Universitäten jetzt rauskommt ist anders. Sehr anders“, sagt Marion Bathke vom ZENO in Eberswalde. „Sie haben es heute mit Menschen zu tun, die nur arbeiten,

wenn sie auch wirklich Lust dazu haben.“ Diese Generation sei in Wohlstand aufgewachsen, hatte Eltern, die für ihre Kinder alles getan haben, es ist der Nachwuchs der „Helikoptereltern“, sagt auch die Personalentwicklerin.

Unternehmen sind aufgefordert, ihre jungen Mitarbeiter anders an sich zu binden, indem sie ihnen Verantwortung

geben, zulassen, dass sie sich ausprobieren, und Vertrauen zeigen. Dafür gebe es keine Rundumlösung, die für jedes Unternehmen passt, so Anja Kaminski. So weitermachen wie bisher, wird aber nicht funktionieren.

Unternehmenskultur verändern

Nicht nur die Herausforderungen einer jungen, von Wohlstand geprägten Generation beschäftigt die Unternehmer. Anja Kaminski macht auch deutlich, dass es darum geht, innerhalb eines Unternehmens die Kultur zu verändern

und zu modernisieren. Dabei gehe es auch darum zu verstehen, welche Werte man als Unternehmen für wichtig hält. „Sie müssen Ihre Bewerber auch danach abklopfen. Und wenn Sie ehrlich sind, brauchen Sie hier in der Region

nicht jemanden mit anderthalb Stunden Fahrweg holen – die verschwinden wieder“, erklärt Anja Kaminski. Stattdessen müssten regionale Unternehmen ihre Vorteile nutzen, und diejenigen anwerben, die sonst bei der Suche

nach Arbeitsplätzen aus Brandenburg wegziehen würden. Obwohl das Fazit des Abends war, dass Unternehmer individuelle Lösungen finden müssen, gab Anja Kaminski den Unternehmern vor allem eines mit: Kommunikation.

„Sie müssen Mitarbeitergespräche führen. So können Sie verhindern, dass Konflikte auch zwischen älteren und

jüngeren Mitarbeitern entstehen. Heutzutage müssen Geschäftsführer aktiv mitgestalten.“

Die komplette Power Point Präsentation von Frau Kaminski (bcb) können Sie hier einsehen.